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Auf zur Willkommensstadt

31. Januar 2022

Gemeinwohl Jürgen Ulrich und Tilman Wagner stehen dem Verein für Stadtmarketing vor – reizvolle Aufgabe und Herausforderung zugleich.

Interview von Heribert Lohr – Hohenloher Tagblatt, Mittwoch, 26. Januar 2022

Herr Ulrich, Herr Wagner, Sie beide gehören mit zu den Gründungsmitgliedern des Stadtmarketingvereins, sind seit Jahren im erweiterten Vorstand an und bekleiden nun das Amt des Vorstandes. Warum haben Sie sich dieser Aufgabe gestellt?

Jürgen Ulrich: Ich lebe und arbeite seit 1969 in Crailsheim. Im Herzen bin ich ein Horaff und möchte, dass sich Crailsheim weiterentwickelt. Wir müssen die Stadt interessanter, sie zum Treffpunkt der Menschen machen und ihnen etwas bieten. In dem wir unsere Einzelhändler und die Gastronomie stärken, können wir zudem Geschäftsschließungen verhindern. Ich bin seit Anfang dabei, weil mir Crailsheim wichtig ist.

Tilman Wagner: Wir sind – wie jeder andere Bürger auch – Teil dieser Stadt und nehmen selbstverständlich auch die vorhandene Infrastruktur in Anspruch. Ich persönlich verstehe diese Möglichkeiten und Rechte auch als Verpflichtung, mich für das Gemeinwohl einzusetzen. Die Möglichkeiten, die sich mir im Rahmen des Stadtmarketings bieten, ermöglichen am besten das Einbringen meiner Ambitionen für diese Stadt. Dabei haben wir alle ein gemeinsames Ziel: Crailsheim Iebens- und liebenswert zu machen.

Den Verein gibt in dieser Form nun seit gut drei Jahren. In der kurzen Rückschau: Hat sich der Verein entsprechend entwickelt?

Jürgen Ulrich: Ja, er hat sich wirklich gut entwickelt und wird als Partner und Ideengeber akzeptiert. Wir haben durch unsere hohe Mitgliederzahl ein breites Fundament.

Tilman Wagner: Ich sage, er hat sich sogar sehr erfreulich entwickelt. Das Stadtmarketing hat nichts mehr gemeinsam mit dem früheren Gewerbeverein oder der Werbegemeinschaft. Das Stadtmarketing hat sich für alle Bürger dieser Stadt geöffnet und dient nicht ausschließlich dem Gewerbe oder Handel, sondern versteht sich als Interessenvertretung für jeden Einzelnen, für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, für Einzelpersonen oder Familien, für Vereine und sonstige Gruppierungen. Nochmals: Gemeinsames Interesse und Ziel ist es, Crailsheim attraktiver zu machen.

Die Zahl der Mitglieder ist ja kräftig angewachsen. Worauf führen Sie das zurück?

Jürgen Ulrich: Ich denke, wir konnten gerade auch die Gewerbetreibenden davon überzeugen, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können. Fast 160 Mitglieder sind noch nicht das Ende.

Tilman Wagner: Es gibt wirklich eine sehr, sehr positive Entwicklung bei der Zahl der Mitglieder. Noch wichtiger aber ist, dass darüber auch das Interesse der Crailsheimer Bürger zum Ausdruck kommt, sich an der künftigen Entwicklung und den Veränderungen von Crailsheim beteiligen zu wollen. Es wird die Notwendigkeit zum Handeln erkannt.

Jeder Vorstand hat ja auch eigene Vorstellungen. Können Sie kurz zwei, drei Felder benennen, wo der Verein nach Ihrer Überzeugung Akzente setzen sollte und auch vorankommen muss?

Tilman Wagner: Meine persönlichen Interessen liegen vor allem im Stadtbild an sich. Es gilt die bestehende Qualität herauszuarbeiten, bauliche und architektonische Missstände – soweit im kommunalen Eigentum – zu beseitigen und Crailsheim zu einer „Willkommensstadt“ zu machen, in der sich jeder sicher und wohl fühlt. Über die großen Projekte dürfen die vielen kleineren Notwendigkeiten nicht übersehen werden. Auch mit wenig Budget kann an vielen Stellen etwas bewirkt werden. Persönlich ist mir die Erwachsenenbildung eine Herzensangelegenheit: es endlich zu schaffen, eine Fachhochschule oder einen Ableger, Seminar oder sonstige Fortbildungsinstitute zu etablieren. Wir schicken unsere Abiturienten regelrecht fort, um – zum Teil in benachbarten Städten – zu studieren oder weiterzukommen. Hier wurde viel versäumt. Aber nur mit jungen Menschen lässt sich die Stadt perspektivisch mehr vitalisieren. Wir müssen uns bemühen, zumindest einen Teil unserer Kinder in der Stadt zu halten, oder durch attraktive Angebote/Möglichkeiten zurückzugewinnen.

Jürgen Ulrich: Oberstes Ziel muss sein, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Das umfasst ein weites Spektrum und beginnt bei einem Parkleitsystem, geht über ein Beleuchtungskonzept und reicht bis zur Belebung von Arealen mit Potenzial, wie etwa dem Volkfestplatz oder der zahlreichen Grünflächen, wie beim Weihnachtscarré im Spitalpark, dazu gehören aber auch gemeinsame Ladenöffnungszeiten und mehr ansprechende Veranstaltungen und Aktionen für unsere Crailsheimer. Es muss gelingen, Crailsheim schöner, einladender zu machen. Sehr wichtig – Tilman Wagner hat es angesprochen – ist die Ansiedelung einer höheren Bildungseinrichtung. Hier müssen wir noch deutlicher machen, welche Vorteile mit einer solchen Ansiedelung verbunden sind.

Stadtmarketing ist in Summe ein weites Feld. Wo sehen Sie Ansätze, wo der Verein die Stadt direkt voranbringen oder zielgerichtete Diskussionen anstoßen kann oder sollte?

Tilman Wagner: Jedes Engagement bringt Crailsheim in seiner Vielfalt voran. Auch jede Diskussion ist wertvoll, desaströs ist Desinteresse, Sprachlosig- und Untätigkeit. Meine bisherigen Erfahrungen mit den Verantwortlichen und der Verwaltungsspitze sind sehr positiv. Die Bereitschaft, auf den Bürger zu hören und Ideen in die Verwaltungsarbeit zu integrieren, ist hoch.
Klar ist nicht jeder Wunsch umsetzbar, grundsätzlich wird aber sehr genau hingehört. Das ist Chance und zugleich Möglichkeit, mit neuen/eigenen Ideen mitzugestalten.

Jürgen Ulrich: Wir können zudem das eine oder andere als Verein selbst umsetzen oder voranbringen. Dazu müssen wir aber dann unsere Rolle als Anstoß- und Ideengeber auch annehmen.

Wenn Sie gefragt werden, warum soll ein Unternehmen oder die gewöhnlichen Horaffen und Horäffinnen sich im Verein engagieren, was antworten Sie?

Tilman Wagner: Aktiv werden! Im Grunde genommen eine zutiefst demokratische Idee. Mit dem Engagement im Stadtmarketing kann jeder Einzelne auch persönlich und direkt Anregungen und Ideen einbringen. Mitgestalten ist zwar deutlich mühseliger als nur zu kritisieren, aber deutlich effektiver.

Jürgen Ulrich: Es ist unsere Stadt, unsere Lebensqualität, unser direktes Lebensumfeld, in dem wir nur gemeinsam etwas bewegen können. Beteiligt euch, gestaltet mit!

Der Stadtmarketingverein bedankt sich beim Hohenloher Tagblatt für die Erlaubnis der weiteren Veröffentlichung des Interviews.

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Bildunterschrift:

Die Vorstände Jürgen Ulrich (Vorsitzender) und Tilman Wagner (Stellvertreter, rechts) vor dem Büro des Stadtmarketingvereins am Schweinemarktplatz.
Die beiden bekennenden „Horaffen“ werben für mehr Engagement für die weitere Entwicklung der Stadt. Foto: Heribert Lohr

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